Welche Nahrungsergänzungsmittel und Supplements kann ich im Fitnessstudio anbieten?

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In kaum einer Branche ist Nahrungsergänzung so verbreitet wie in der Fitnessbranche. Nahrungsergänzungsmittel kommen in den verschiedensten Darreichungsformen daher - Pulver zum Anrühren sind ebenso verbreitet wie Tabletten und Tropfen, die extra Portion Protein dagegen gibt es auch in Form appetitlicher Snacks wie Fitness-Riegel oder Eiscreme. Aber welche Supplements sind eigentlich sinnvoll? Welche Nahrungsergänzungsmittel du gut im Studio verkaufen kannst erfährst du hier.


Was sind Nahrungsergänzungsmittel?

Nahrungsergänzungsmittel, kurz NEM, sind wie der Name schon sagt, eine Ergänzung zur eigentlichen Nahrung. Das bedeutet, dass niemand allein durch die Einnahme eines NEM Muskulatur aufbauen oder gar Abnehmen kann. Die Grundlage sollte also stets eine ausgewogene, gesunde, abwechslungsreiche Ernährung sein. Dennoch können Nahrungsergänzungsmittel sehr sinnvoll sein. 

Die verschiedenen NEMs lassen sich in bestimmte Gruppen einteilen:

  • Energie- und Kohlenhydratkonzentrate
  • Proteinkonzentrate
  • Leistungsförderer und Fettverbrenner
  • Vitamine 
  • Mineralstoffe und Spurenelemente
  • Glutamin
  • BCAA


Ernährungsreport 2019

Welche Wirkung haben Nahrungsergänzungsmittel?

Energie- und Kohlenhydratkonzentrate

Energiekonzentrate sind auch unter dem Namen “Weight Gainer” erfolgreich. Meist werden sie als Pulver zum Anrühren oder als Energieriegel angeboten. Dieses Nahrungsergänzungsmittel ist extrem kalorienreich, das bedeutet die Einnahme ist nur sinnvoll, wenn ein Mensch einen extrem hohen Gesamtenergiebedarf pro Tag hat und diese Energie nicht über die normale Ernährung decken kann. Wichtig ist die Zusammensetzung der Produkte: Die enthaltene Energie sollte vor allen Dingen aus Kohlenhydraten stammen. Diese sind für den Körper leicht abrufbar, die Energie steht praktisch direkt nach dem Verzehr zur Verfügung, wohingegen Fett als Energieträger für einen langsamen Anstieg an verwertbarer Energie sorgt. Reine Kohlenhydratkonzentrate können nach einer intensiven oder sehr langen Ausdauerbelastung die Glykogenspeicher des Körpers wieder auffüllen.  Für Bergsteiger, Langstreckenläufer oder Triathleten kann die Einnahme durchaus nützlich sein, für den alltäglichen Gebrauch im Fitnessstudio sind Energiekonzentrate eher wenig geeignet. 39% aller Menschen, die ein Fitnessstudio besuchen, geben eine Gewichtsreduktion als primäres Ziel an - hochkalorische Supplements sind für diese Zielgruppe also kaum attraktiv.

Proteinkonzentrate

Proteinkonzentrate gibt es in den verschiedensten Darreichungsformen. Als Pulver und als Riegel sind sie altbekannt, mittlerweile gibt es allerdings auch Joghurts, Eiscreme und andere Produkte, die mit Proteinen angereichert als Superfood für Sportler dienen sollen. Kraftsportler haben tatsächlich einen erhöhten Proteinbedarf, wenn das Trainingsziel ein Muskelaufbau ist, zum Erhalt der vorhandenen Muskelmasse ist jedoch kein erhöhter Proteinbedarf feststellbar. Ausdauersportler haben ebenfalls einen erhöhten Bedarf an Eiweiß, bei langen Belastungen wird neben Kohlehydraten und Fett auch Eiweiß als Energieträger verstoffwechselt. 

Proteinkonzentrate sind prinzipiell geeignet für Kraft- und Ausdauersportler, sowie für Menschen, die zum Zweck des Body-Shapings Muskulatur aufbauen möchten. Etwas Vorsicht ist trotz allem gefragt: Überschüssiges Eiweiß wird vom Körper zu Harnstoff verstoffwechselt, in zu großen Mengen kann Harnstoff die Nieren belasten. Auch bei einer gesundheitlichen Vorbelastung durch Gicht ist von Proteinkonzentraten abzuraten. 

Auf jeden Fall sollte bei einer künstlichen Zuführung von Protein auf eine ausrechende Trinkmenge geachtet werden, die zusätzliche Flüssigkeit hilft dem Körper, schädliche Stoffwechselprodukte über den Harn auszuscheiden. 

Leistungsförderer und Fettverbrenner

Die angepriesene Wirkung der meisten Produkte, die eine Leistungssteigerung oder gar eine erhöhte Fettverbrennung versprechen ist wissenschaftlich nicht nachweisbar. Eine Pille schlucken und schlank, schön und fit werden - natürlich ein Traum vieler Menschen, seriöse Anbieter sollten hier jedoch mit Vorsicht agieren. 

Kreatinpräparate sind für Kraftsportler sinnvoll, da Kreatin die Muskelermüdung verzögert und so beim Training mehr Wiederholungen durchgeführt werden können. Das kann zu einem schnelleren Muskelaufbau führen. 

Alle anderen legalen, leistungsfördernden Präparate haben keinen nachweisbaren Effekt, ebenso wenig wie Abnehm-Pillen und Tropfen. Um deine Mitglieder also langfristig nicht zu verärgern gilt hier: Weniger ist mehr. Greife auf bewährte Produkte zurück. Deine Mitglieder sollen gern bei dir trainieren, Wunderkuren ohne Wirkung können das Vertrauen in dein Studio schädigen.

Vitamine

Für den Organismus des Menschen sind Vitamine lebenswichtig. Vitaminmangel ist in Industriestaaten allerdings eher selten. Für Sportler interessant ist Vitamin B12. Dieses Vitamin gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen und kann dem Körper ausschließlich von Außen zugeführt werden. Sportler, ebenso wie Schwangere und Stillende haben ein erhöhten Bedarf an Vitamin B12.  Das Vitamin hat eine Vielzahl an Aufgaben im Körper und ist an der Zellteilung und an der Bildung von Erythrocyten beteiligt, eine weitere Rolle spielt es bei der Energieproduktion und am Aufbau verschiedener zellulärer Strukturen und der Myelinscheiden von Neuronen, sowie am Aufbau von Hormonen und Neurotransmittern. Für Sportler am entscheidendsten ist die Rolle des Vitamin B12 an der Erythrocytenbildung, die für einen verbesserten Sauerstofftransport und somit auch für die Leistungsfähigkeit verantwortlich sind. 

Mineralstoffe und Spurenelemente

Spurenelemente werden vom Körper nur in sehr geringer Menge benötigt, zu ihnen gehören beispielsweise Eisen, Jod und Zink. Zu den Mineralstoffen zählen Stoffe wie Calcium und Magnesium. Sportler haben einen Mehrbedarf an diesen Stoffen, beim Bodybuilding und im Kraftsport haben sich vor allem Magnesium und Zink als sinnvolle Supplements erwiesen. 

Magneisum beeinflusst den Eiweißstoffwechsel und regt die Verbrennung von Kohlenhydraten an, es ist maßgeblich an der Bildung von ATP, dem Energieträger im menschlichen Körper, der für die Muskelkontraktion benötigt wird. Für Kraftsportler ist eine Menge von 500 mg Magnesium als Ergänzung empfehlenswert. 

Zink hat eine antioxidative Wirkung, es fördert die Wundheilung und Zellwachstum und stärkt außerdem das Immunsystem. Zink kann eine anregende Wirkung auf den Testosteronspiegel haben und diesen um bis zu 30% steigern. Kleine Mengen von ca. 30 mg pro Tag sind allerdings völlig ausreichend. 

Glutamin

Glutamin ist eine Aminosäure, dem kleinsten Baustein eines Proteins. Sie gehört zu den Aminosäuren, die der Körper selbst bilden kann, die also nicht zwingend von außen zugeführt werden muss. 

Bei Stress und starker körperlicher Belastung steigt der Bedarf des Körpers jedoch stark an, dieser Bedarf kann dann nicht mehr vom Körper allein gedeckt werden. Glutamin vergrößert das Zellvolumen und fördert die Speicherung von Glycogen, daneben fördert Glutamin auch die Ausschüttung von Wachstumshormonen. 

BCAA

BCAA steht für Branched Chain Amino Acids, zu deutsch also mehrkettig verzweige Aminosäuren und ist eine Abkürzung für die drei Aminosäuren L-Leucin, L-Isoleucin und L-Valin. Diese Aminosäuren gehören zu den essentiellen Aminosäuren, das bedeutet, dass der Körper sie nicht selbst herstellen kann und sie von außen zugeführt werden müssen. 

Die BCAAs spielen ebenfalls eine Rolle bei der Glycogenspeicherung in der Zelle, sie inhibieren außerdem den Abbau von Protein und helfen dabei, die Regeneration der Muskulatur zu beschleunigen. Für Sportler kann eine Supplementierung über Nahrungsergänzungsmittel also sinnvoll sein. 

Fazit

Auf dem Markt gibt es tausende verschiedener Produkte zur Nahrungsergänzung. Im Fitnessstudio solltest du auf Klasse statt Masse setzen und lieber wenige, hochwertige Produkte mit einem nachgewiesenen Nutzen für deine Mitglieder anbieten. Proteinkonzentrate, Aminosäuren-Supplements, Kreatin, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente können einen positiven Effekt bei Sportlern bewirken. 

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Redaktion fitnessmarkt.de (DG)

Bildnachweis: AdobeStock_220093332_Shutter2U

Veröffentlicht am: 6. September 2019

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