Was sind die Vorteile einer Kompressionstherapie?

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Die Kompressionstherapie ist die häufigste Behandlungsmethode, die von Venenärzten angewendet wird. Sie kann bei verschiedenen Krankheiten wie Krampfadern oder dem Lipödem helfen. Aber auch in anderen Bereichen wird sie immer öfter eingesetzt. Doch welche Vorteile bietet eine Kompressionstherapie? 

Die Funktion des menschlichen Blutkreislaufs

Unser Blutkreislauf hat die Aufgabe, alle Zellen mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen. Den zentralen Punkt bildet dabei unser Herz. Von ihm fließt das Blut durch die Arterien weg und die Venen leiten es wieder zum Herzen zurück. 

Durch unterschiedliche Krankheiten oder lange Arbeitszeiten im Stehen, sackt das Blut in die Beine. Die Geschwindigkeit der Blutzirkulation wird so verringert. 

Vielleicht hast du nach einem langen und anstrengenden Tag selbst schon einmal bemerkt, wie das Blut gefühlt stärker fließt, sobald du deine Beine hochlegst. Das ist nicht nur ein Gefühl. Das Blut kann so tatsächlich besser fließen. Nicht umsonst wird oft empfohlen, die Beine in einer liegenden Position hoch zu lagern. Das erleichtert die Arbeit des Blutkreislaufs und erhöht dessen Geschwindigkeit. 

Obwohl gleiches für die Arme gilt, sind die Beine stärker davon betroffen. Das liegt ganz einfach daran, dass diese weiter vom Herzen entfernt sind. Der Weg von den Füßen bis zum Herz dauert länger als der von den Fingerspitzen zum Herz. Die Venen in den Beinen haben also einen viel härteren Job. 

So wie das Beine hochlegen hat auch die Kompressionstherapie einen positiven, jedoch noch stärkeren Effekt auf die Transportation des Blutes.

Das Lymphsystem 

Neben dem Blutkreislauf ist unser Lymphsystem das zweite große Zirkulationssystem in unserem Körper.  Es arbeitet in verschiedenen Bereichen mit unserem Blutkreislauf zusammen und gilt als unser körpereigenes Filtersystem von Giftstoffen. 

Ist dieses System gestört, können sich unterschiedliche Krankheitsbilder entwickeln. Wie auch beim Blutkreislauf kann die Transportfähigkeit eingeschränkt sein. Die Lymphe wird dann schlechter befördert. Auch Störungen des Lymphsystems können mit einer Kompressionstherapie behandelt werden. 

Was ist eine Kompressionstherapie?

Durch äußerlichen Druck auf das Venensystem wird bei der Kompressionstherapie der Abfluss des Blutes in Richtung Herz gefördert. Anders gesagt wird die Fließgeschwindigkeit des Blutes erhöht. Außerdem wird die Lymphflüssigkeit schneller abtransportiert, da auch Druck auf das Gewebe ausgeübt wird. 

Für diese Therapieform gibt es spezielle Bekleidung. Der Klassiker sind Strümpfe, die umgangssprachlich häufig OP-Strümpfe genannt werden. Nach einer Operation müssen Patienten diese tragen, damit keine Thrombose entsteht. Die Ursache für eine Thrombose ist letztendlich die Störung des Blutflusses.  

Wie funktioniert eine Kompressionstherapie? 

Durch den Druck, der von außen auf das Gewebe erzeugt wird, verringert sich der Durchmesser der Venen. Durch diese Verengung erhöht sich die Geschwindigkeit, in der das Blut durch die Venen fließt. Die gleiche Menge Blut muss durch die Vene fließen und das sorgt dafür, dass sich dieser Prozess schneller vollzieht. Im gleichen Moment wird der Blutdruck gesenkt. So kann das Blut in den Venen nicht so leicht gerinnen und eine Einlagerung wird vermieden. 

Wann wird eine Kompressionstherapie angewendet? 

Die Kompressionstherapie wird von Ärzten bei den unterschiedlichsten Krankheiten angewendet. Dazu zählen beispielsweise Krampfadern, Lipödeme oder Lymphödeme. Bei Lymphödemen und Lipödem ist häufig eine lebenslange Kompressionstherapie notwendig. 

Eine Kompressionstherapie kommt jedoch nicht nur als Behandlungsmethode einer akuten Krankheit in Frage. Sie wird auch präventiv genutzt und von Ärzten verschrieben. Auch Personen in der Gastronomie wird empfohlen, während der Arbeit entsprechende Strümpfe zu tragen. Sportler und insbesondere Läufer haben sie in den letzten Jahren ebenso für sich entdeckt. Sie stabilisieren die Waden während des Trainings und fördern die Regeneration. 

Früher wurden zur Behandlung auch elastische Binden eingesetzt. Diese kommen heute allerdings nur noch selten zum Einsatz. Eigentlich nur noch, um Flüssigkeitsansammlungen zu beseitigen. Hierfür bietet sich auch die apparative Kompression an. Eine Kompression wird hierbei über Luftkammern erzeugt, die maschinell auf- und abgepumpt werden und somit Druck erzeugen. 




Die Vorteile einer Kompressionstherapie im Überblick

#1 Minimale Beeinträchtigung 

Das Tragen von Kompressionskleidung und die Anwendung eines Gerätes für die Lymphdrainage schränken dich nicht oder nur sehr minimal ein. Außerdem können Sie eine gute Unterstützung nach operativen Eingriffen wie dem Ziehen von Krampfadern oder einer Liposuktion bei Lipödemen sein. Natürlich sollte die Verwendung nach einer Operation immer mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

#2 Vorsorge 

Du hast einen Job, der von dir verlangt, den Großteil der Zeit zu stehen oder an einem Schreibtisch zu sitzen? Hierbei kann die Zirkulation deines Blutes verlangsamt werden. Wenn du bei deiner Arbeit Kompressionsstrümpfe trägst oder zu Hause als Entlastung ein Beinmassagegerät verwendest, kannst du die negativen Auswirkungen verringern oder sogar ganz eliminieren. 

Gleiches gilt für eine Veranlagung von Krankheiten wie dem Lipödem. Wenn dieses schon häufiger in deiner Familie aufgetreten ist, kannst du mit einer Kompressionstherapie den Ausbruch der Krankheit vermeiden oder verlangsamen. 

#3 Verbesserung von Beschwerden 

Du leidest bereits unter einer bestimmten Krankheit, die die Zirkulation deines Blutkreislaufs beeinträchtigt? Dann kann eine Kompressionstherapie deine Beschwerden langfristig verringern. 

Durch das Tragen von Kompressionsstrümpfen oder Kompressionsärmeln wird dein Blutkreislauf den gesamten Tag angeregt. 

Vor allem bei einem Lipödem wird den betroffenen Frauen empfohlen, dauerhaft Kompressionskleidung zu tragen. Das verringert die Schmerzen und schont die Gelenke. 

#4 Erhöhte Mobilität

Bei bestimmten Krankheiten, wie dem Lipödem, kann die Beweglichkeit je nach Stadium  eingeschränkt sein. Damit Betroffene ihr Leben so gut es geht normal weiterleben können, ist die Kompressionstherapie eine gute Hilfe. Durch das Tragen von Kompressionsstrümpfen und anderer Kompressionskleidung, verringert sich die Belastung und die Beweglichkeit wird erhöht. 

#5 Niedrige Kosten 

Die Kompressionstherapie ist im allgemeinen sehr günstig und risikofrei zu nutzen. Natürlich kann sie keine Operation ersetzen, wenn diese benötigt wird. Allerdings kann Sie die Behandlung nach einer Operation unterstützen.


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Autor: Physiotherapeut Marvin Seidel

Quelle und Bildquelle: Clubsante , # 114698656 kei907 / stock.adobe.com

Veröffentlicht am: 2. August 2022

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