Oberkörperergometer / Handergometer gebraucht und neu kaufen und verkaufen
Oberkörperergometer: Kurbeln statt Treten
Ein Oberkörperergometer ist im Kern ein Ergometer, bei dem die Kurbeln auf Schulterhöhe sitzen statt am Boden. Angetrieben wird mit den Armen, belastet werden Schultern, Arme und der Rumpf, der dabei stabil bleiben muss. Genutzt wird es in zwei ganz verschiedenen Situationen: als Ergänzung im Studio – und überall dort, wo die Beine nicht mitarbeiten können oder sollen.
Genau daraus ergibt sich die wichtigste Frage vor dem Kauf, und sie steht selten im Inserat: Wie kommt der Nutzer an das Gerät heran?
Die Norm nimmt Oberkörperkurbelgeräte ausdrücklich mit
In der Normenreihe EN ISO 20957 behandelt Teil 5 Fahrradergometer und Oberkörperkurbelgeräte gemeinsam. Diese Kategorie ist also kein Randthema der Norm, sondern ausdrücklich erfasst – mit denselben Anforderungen an die Leistungsanzeige, über die auch beim Fahrradergometer gestritten wird.
Dazu gilt wie immer Teil 1 mit den allgemeinen Anforderungen und der Einteilung in Klassen: Klasse H für den Hausgebrauch, Klasse S und I für den gewerblichen Einsatz. Wer mit Wattwerten arbeitet oder Trainingsverläufe dokumentiert, sollte nach der Genauigkeitsklasse fragen. Ein Gerät, das die Leistung nur hochrechnet, taugt für Dokumentation nicht – auch wenn eine Zahl auf dem Display steht.
Zugang und Einstellung
Zwei Maße entscheiden darüber, ob ein Gerät im Alltag funktioniert.
- Der freie Raum davor. Soll jemand im Rollstuhl an das Gerät, muss der Sitz wegschwenken oder abnehmbar sein, und unter den Kurbeln braucht es Platz für die Fußrasten. Ein fest verbauter Sitz schließt diese Nutzung aus. Bei Wandgeräten ist die Frage meist einfacher zu lösen als bei Standgeräten.
- Die Höhe der Kurbelachse. Sie gehört etwa auf Schulterhöhe. Sitzt sie zu hoch, arbeitet die Schulter ständig über Kopf; sitzt sie zu tief, bleibt der Bewegungsumfang klein. Geräte für wechselnde Nutzer brauchen deshalb eine Höhenverstellung, die sich ohne Werkzeug bedienen lässt – und bei Sitzgeräten zusätzlich eine Verstellung des Abstands.
Beides klingt selbstverständlich, ist es aber nicht: Viele Angebote nennen weder den Verstellbereich noch, ob der Sitz abnehmbar ist. Nachfragen lohnt sich immer.
Worauf es am Gerät ankommt
- Griffe. Drehbare Griffe sind Standard. Wird das Gerät mit eingeschränkter Greiffunktion genutzt, braucht es Griffschalen oder Manschetten – frage, ob sie dabei sind und ob es sie noch gibt.
- Kurbelradius. Ein kurzer Radius verkleinert den Bewegungsweg und macht das Training bei eingeschränkter Beweglichkeit erst möglich. Manche Geräte lassen ihn verstellen.
- Die unterste Widerstandsstufe. Bei Geräten für die Rehabilitation ist sie wichtiger als die oberste. Ein Gerät, das nicht leicht genug kann, ist für den Einstieg nicht brauchbar.
- Motorunterstützung. Manche Geräte können die Kurbeln selbst bewegen, also passiv führen. Das ist ein deutlicher Preisunterschied und geht aus Inseraten oft nicht hervor – wer es braucht, muss danach fragen.
- Standsicherheit. Beim Kurbeln wird gezogen und gedrückt. Standgeräte brauchen dafür Gewicht oder eine breite Basis, Wandgeräte eine tragfähige Befestigung.
- Konsole und Strom. Prüfe, ob das Gerät ein Netzteil braucht und ob es dabei ist. Bei älteren Modellen sind fehlende Netzteile schwer zu ersetzen.
Neu oder gebraucht?
Auf fitnessmarkt.de stehen beide Wege offen. Welcher passt, hängt weniger vom Gerät ab als davon, was dir wichtiger ist.
| Neu | Gebraucht | |
|---|---|---|
| Preis | Listenpreis, dafür kalkulierbar | Deutlich darunter, abhängig vom Zustand |
| Gewährleistung | Volle Herstellergarantie | Je nach Verkäufer; beim Händler oft mit Gewährleistung, privat ohne |
| Zubehör | Manschetten, Halterung und Netzteil mitbestellbar | Nachfragen, was dabei ist – hier entsteht der häufigste Ärger |
| Konfiguration | Sitz, Verstellbereich und Software wählbar | So, wie das Gerät gebaut wurde – vorher prüfen |
| Verfügbarkeit | Lieferzeit möglich | Sofort, aber nur was gerade angeboten wird |
| Ersatzteile | Vom Hersteller gesichert | Vorher klären, vor allem bei Medizinprodukten älterer Baujahre |
Gebraucht: was du zusätzlich prüfst
- Kurbeln drehen, in beide Richtungen. Der Lauf muss gleichmäßig sein, ohne Spiel in der Achse und ohne Punkt, an dem es hängt. Beide Seiten gleich.
- Widerstand durchschalten. Von der niedrigsten bis zur höchsten Stufe. Der Unterschied muss spürbar und gleichmäßig sein.
- Verstellmechanik. Höhe, Abstand und, falls vorhanden, Kurbelradius einmal komplett durchfahren. Klemmen oder fehlende Rastbolzen sind ein häufiger Mangel.
- Sitz und Polster. Risse im Bezug sind Verschleiß, aber bei Geräten in Praxen ein Hygienethema. Kläre, ob Ersatzpolster zu bekommen sind.
- Konsole. Anschalten, alle Werte durchschalten, auf fehlende Segmente achten. Netzteil muss dabei sein.
- Unterlagen. Bei Geräten, die als Medizinprodukt in Verkehr gebracht wurden, gehören Gebrauchsanweisung und Nachweise zur Wartung dazu. Frag danach, bevor du zusagst.
Oberkörperergometer verkaufen
Diese Geräte sind gefragt, weil sie in Praxen, Reha-Einrichtungen und zunehmend auch in Studios gebraucht werden. Was ein Inserat schneller macht: die Modellbezeichnung, ein Foto vom Typenschild, die Bauform (Wand, Tisch oder Standgerät), die Angabe, ob der Sitz abnehmbar oder wegschwenkbar ist, und ob Netzteil und Manschetten dabei sind. Genau diese Punkte fragt sonst jeder Interessent einzeln nach.
Verwandte Kategorien
- Ergometer – dieselbe Norm, nur mit den Beinen
- Skiergometer – Oberkörpertraining im Stehen
- Rudergerät – Ganzkörperbewegung im Sitzen
- Cardiogeräte – die Übersicht über alle Ausdauergeräte
FAQ
Wandgerät, Tischgerät oder Standgerät – was passt?
Das entscheidet sich am Raum und daran, wer das Gerät nutzt. Ein Wandgerät braucht keine Stellfläche und lässt sich meist in der Höhe verstellen – gut für Praxen mit wenig Platz, sofern davor genug frei bleibt. Ein Tischgerät steht lose auf einer Ablage und lässt sich mitnehmen; wie gut es sich nutzen lässt, hängt vollständig vom Tisch ab, auf dem es steht. Ein Standgerät hat einen eigenen Rahmen, oft mit Sitz, und ist das, was in Studios und in der Leistungsdiagnostik steht.
Der Punkt, der dabei oft untergeht: Ein Standgerät mit fest verbautem Sitz lässt sich mit dem Rollstuhl nicht anfahren. Wenn das gebraucht wird, muss der Sitz wegschwenken oder abnehmbar sein.
Wie stelle ich ein Oberkörperergometer richtig ein?
Die wichtigste Einstellung ist die Höhe der Kurbelachse: Sie gehört etwa auf Schulterhöhe. Sitzt sie höher, arbeitet die Schulter dauerhaft über Kopf, was schnell unangenehm wird. Sitzt sie tiefer, bleibt der Bewegungsumfang klein und die Arme kommen kaum nach vorn.
Als Zweites stimmt der Abstand: Am weitesten entfernten Punkt der Kurbel soll der Arm fast, aber nicht ganz gestreckt sein. Bei Sitzgeräten verstellst du dafür den Sitz, bei Wandgeräten rückst du den Stuhl. Wenn das Gerät einen verstellbaren Kurbelradius hat, lohnt es sich, den kleineren zu nehmen, solange die Beweglichkeit noch eingeschränkt ist. Wichtig in Praxis und Studio: Beides sollte sich ohne Werkzeug ändern lassen, sonst wird zwischen zwei Nutzern nicht neu eingestellt.
Ist das Gerät mit dem Rollstuhl nutzbar?
Nicht automatisch – das muss man dem Inserat ansehen oder nachfragen. Drei Dinge müssen zusammenkommen: Der Sitz muss wegschwenken oder sich abnehmen lassen, unter den Kurbeln braucht es Platz für die Fußrasten, und die Kurbelachse muss sich tief genug stellen lassen, damit sie in sitzender Position auf Schulterhöhe kommt.
Ein Standgerät mit fest verbautem Sitz scheidet damit aus, auch wenn es technisch hochwertig ist. Wandgeräte sind häufig die einfachere Lösung, weil sie ohnehin ohne eigenen Sitz auskommen – vorausgesetzt, die Fläche davor bleibt frei und die Montagehöhe stimmt. Frag beim Verkäufer konkret nach dem Verstellbereich der Höhe und danach, wie der Sitz gelöst wird.
Worauf achte ich beim Gebrauchtkauf?
Dreh die Kurbeln von Hand, in beide Richtungen. Der Lauf muss gleichmäßig sein, ohne Spiel in der Achse und ohne Stelle, an der es hängt; beide Seiten gleich. Danach den Widerstand von der niedrigsten bis zur höchsten Stufe durchschalten – der Unterschied muss spürbar sein und gleichmäßig zunehmen. Gerade die unterste Stufe ist wichtig, wenn das Gerät in der Rehabilitation eingesetzt wird.
Dann die Verstellmechanik einmal komplett durchfahren: Höhe, Abstand und, falls vorhanden, Kurbelradius. Klemmende Rohre und fehlende Rastbolzen sind der häufigste Mangel. Polster auf Risse prüfen – in Praxen ist das ein Hygienethema – und die Konsole durchschalten. Netzteil, Manschetten und, bei Geräten die als Medizinprodukt in Verkehr gebracht wurden, Gebrauchsanweisung und Wartungsnachweise gehören dazu. Frag danach, bevor du zusagst.
Wie genau ist die Wattanzeige?
Das kommt auf das Gerät an, und der Unterschied ist größer, als viele erwarten. Die Normenreihe EN ISO 20957 behandelt Oberkörperkurbelgeräte gemeinsam mit Fahrradergometern in Teil 5 und kennt für die Leistungsanzeige Genauigkeitsklassen. Geräte, die diese Anforderungen erfüllen, messen die Leistung; andere rechnen sie aus Drehzahl und eingestellter Stufe hoch.
Für ein lockeres Training im Studio reicht ein hochgerechneter Wert. Wer Trainingsverläufe dokumentiert, Belastungsstufen vorgibt oder Werte zwischen zwei Geräten vergleicht, braucht ein Gerät mit geprüfter Genauigkeit. Die Angabe steht im Datenblatt und auf dem Typenschild – im Inserat fast nie. Danach zu fragen, ist bei Praxisgeräten der wichtigste Punkt überhaupt.





