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Keiser – der Erfinder des pneumatischen Widerstands
Keiser sitzt in Fresno, Kalifornien, und hat eine sehr konkrete Erfindung zum Markenkern gemacht: Dennis Keiser gründete 1975 „Commercial Design“, 1976 kam sein Bruder Randy dazu, 1977 entstand die Keiser Corporation – und 1978 brachte das Unternehmen nach eigenen Angaben die weltweit ersten Trainingsmaschinen mit pneumatischem Widerstand auf den Markt, also mit Druckluft statt Gewichtsstapel. Das Verfahren wurde patentiert. Heute arbeitet Keiser mit Partnern in über 80 Ländern.
Luftdruck statt Gewichtsstapel – was der Unterschied ausmacht
| Gewichtsstapel | Pneumatik (Keiser) | |
|---|---|---|
| Widerstandsquelle | bewegte Masse | Druckluft im Zylinder |
| Trägheit | Masse muss beschleunigt und abgebremst werden | praktisch keine Masse in Bewegung |
| Verstellung | Steckbolzen, feste Abstufung | stufenlos, auch während der Bewegung |
| Startwiderstand | kleinste Platte des Stapels | bei null beginnend |
| Voraussetzung | keine | Kompressor und Druckluftleitung |
Der Vorteil für schnelle, explosive und exzentrische Bewegungen liegt in der fehlenden Trägheit – es gibt keinen Gewichtsstapel, der am Umkehrpunkt nachschlägt. Für Reha und Einsteiger zählt der andere Punkt: Der Widerstand lässt sich von null aufwärts fein dosieren, also unterhalb dessen, was die kleinste Platte eines Stapels hergibt.
Wichtig: Pneumatische Geräte brauchen Druckluft
Das ist der Punkt, der beim Gebrauchtkauf am häufigsten übersehen wird. Die Kraftgeräte hängen an einer zentralen Druckluftversorgung: Kompressor mit Trockner, Leitungen, Anschlüsse. Keiser nennt dafür zwei Baureihen:
Nach Herstellerangaben versorgt der kleine Kompressor (Modelle 1021 und 1022, rund 36 kg, etwa 39 × 37 × 65 cm) bis zu acht Geräte, der große Kompressor (Modelle 1030 und 1031, rund 93 kg, etwa 71 × 41 × 124 cm) bis zu 18 Geräte. Beide Bauarten haben einen Trockner für saubere, trockene Luft. Wer gebrauchte Keiser-Kraftgeräte kauft, muss also klären: Ist ein Kompressor dabei, passt seine Kapazität zur Gerätezahl, und ist die Verrohrung am neuen Standort machbar? Die Cardiogeräte der M-Serie sind davon nicht betroffen – die arbeiten mit Magnetwiderstand.
Kraft: Infinity Series und die Trainer-Modelle
Im Kraftbereich ist die Infinity Series die bekannteste Reihe, darin vor allem der Functional Trainer und der Performance Trainer. Der Functional Trainer arbeitet mit zwei verstellbaren Armen und pneumatischem Widerstand; die Werte nach Herstellerdatenblatt:
Maße mit Basis nach Datenblatt: rund 239 cm Breite bei ausgefahrenen Armen, 122 cm Tiefe, 236 cm Höhe bei oben stehenden Armen. Ohne Basis, also bodenmontiert, wiegt das Gerät etwa 59 kg. Die niedrigen Widerstandswerte täuschen: Weil keine Masse mitbewegt wird, fühlt sich pneumatischer Widerstand anders an als dieselbe Zahl am Gewichtsstapel – der Vergleich über die Kilogrammangabe allein führt in die Irre.
Cardio: die M-Serie
Die Cardiogeräte laufen unter M-Serie und arbeiten mit Magnetwiderstand, brauchen also keine Druckluft. Dazu gehören die Indoor Bikes M3, M3i, M3i Studio und M3i Studio Plus, der Crosstrainer M5i Strider, der M3i Total Body Trainer sowie der M7i – letzterer als Total Body Trainer in einer Recumbent- und einer rollstuhlgerechten Variante, was ihn für Reha und barrierefreie Flächen interessant macht.
Beim M3i Studio nennt der deutsche Vertrieb einen selbstspannenden, wartungsarmen Poly-V-Riemenantrieb, 72 Widerstandsstufen, Maße von rund 130 × 66 × 125 cm bei 42 kg Gewicht und einen nutzbaren Körpergrößenbereich von 1,47 bis 2,23 m – das ist der praktische Vorteil des V-förmigen Rahmens. Die Konsole zeigt Trittfrequenz, Watt, Kalorien, Herzfrequenz, Zeit und Strecke und funkt über ANT+ sowie Bluetooth.
Gebraucht kaufen: worauf es bei Keiser ankommt
Zuerst: Kraft oder Cardio? Kraftgeräte brauchen Druckluft, Cardiogeräte der M-Serie nicht. Das entscheidet über den gesamten Aufwand.
Kompressor mitverhandeln: Ist ein Kompressor dabei, welches Modell, und reicht seine Kapazität für die Gerätezahl? Nach Herstellerangaben acht Geräte beim kleinen, 18 beim großen Kompressor. Ohne Kompressor ist ein pneumatisches Gerät unbenutzbar.
Verrohrung am neuen Standort: Leitungen, Anschlüsse und ein Platz für den Kompressor gehören in die Planung – inklusive Geräuschentwicklung und Kondensatablauf.
Dichtigkeit prüfen: Widerstand aufbauen, Gerät stehen lassen, nach einigen Minuten erneut prüfen. Fällt der Druck ab, sind Zylinder, Ventile oder Verschraubungen undicht.
Gleichmäßiger Widerstand: Jede Bewegung langsam und schnell durchfahren. Ruckeln, Knacken oder ungleiche Seiten sprechen für ein Problem im pneumatischen Kreis.
Elektronik und Displays: Anzeigen, Tasten und Sensoren einzeln testen. Bei älteren Baujahren ist Ersatz der kritische Punkt.
Bei der M-Serie: Magnetwiderstand über den gesamten Bereich durchschalten, Riemen auf Zustand prüfen, Lager und Rundlauf testen, Konsole und Konnektivität kontrollieren.
Seriennummern und Wartung: Seriennummern aller Geräte und Wartungsnachweise anfordern und die Teileverfügbarkeit vorab beim Vertrieb klären.
Allgemeine Prüfkriterien findest du in den Praxisguides Gebrauchte Kraftgeräte kaufen und Gebrauchte Cardiogeräte kaufen.
Geräte von Keiser verkaufen
Keiser hat eine klar umrissene Käufergruppe – Athletiktraining, Reha und Indoor Cycling –, und die weiß, was sie sucht. Nenne deshalb Serie und Modell, Baujahr und Seriennummer, und gib bei Kraftgeräten unbedingt an, ob ein Kompressor und die Verrohrung dabei sind, mit Modellnummer des Kompressors. Bei Indoor Bikes helfen Angaben zu Konsolengeneration und Stückzahl, weil Kursanbieter komplette Reihen suchen. Inserat aufgeben und Interessenten direkt erreichen – neu und gebraucht auf fitnessmarkt.de.
FAQ
Welche Vorteile bietet das pneumatische Widerstandssystem von Keiser gegenüber Gewichtsstapeln?
Der Kern ist die fehlende Trägheit: Statt einer Masse, die beschleunigt und abgebremst werden muss, arbeitet Keiser mit Druckluft in einem Zylinder. Daraus folgen drei praktische Unterschiede. Schnelle Bewegungen werden möglich, weil kein Gewichtsstapel am Umkehrpunkt nachschlägt – das macht das System für explosives und exzentrisches Training interessant. Die Verstellung ist stufenlos und auch während der Bewegung möglich, nicht in festen Plattenschritten. Und der Widerstand beginnt bei null, also unterhalb der kleinsten Platte eines Stapels – wichtig für Reha und Einsteiger. Ein Hinweis zur Einordnung: Weil keine Masse mitbewegt wird, fühlt sich ein pneumatisch eingestelltes Kilogramm anders an als dasselbe Kilogramm am Gewichtsstapel. Der direkte Zahlenvergleich führt in die Irre. Die Gegenleistung: Diese Geräte brauchen einen Kompressor und eine Druckluftleitung.
Wie gut eignen sich Keiser-Geräte für funktionelles Training und HIIT?
Gut – und zwar aus einem technischen Grund. Weil pneumatischer Widerstand keine Masse bewegt, lassen sich Bewegungen mit hoher Geschwindigkeit ausführen, ohne dass Trägheitsspitzen entstehen; außerdem kann der Widerstand mitten in der Bewegung verändert werden, was Intervall- und Kontrastmethoden entgegenkommt. Am vielseitigsten ist dafür der Infinity Series Functional Trainer mit zwei verstellbaren Armen: nach Herstellerdatenblatt 0 bis 48 kg beidarmig, 0 bis 24 kg einarmig und ein einarmiger Zugweg von rund 3,66 m – genug für Rotations-, Zug- und Druckmuster im Stand. Dazu kommt der Performance Trainer derselben Reihe. Auf der Cardioseite passt der M3i für Intervalle, weil Watt und Trittfrequenz direkt angezeigt werden. Nicht vergessen: Die Kraftgeräte setzen eine Druckluftversorgung voraus.
Wie wartungsarm sind Keiser-Geräte im täglichen Studiobetrieb?
Beide Bereiche sind auf geringen Aufwand ausgelegt, haben aber unterschiedliche Prüfpunkte. Bei den pneumatischen Kraftgeräten gibt es keine Seilzüge und keinen Gewichtsstapel, dafür einen Druckluftkreis: Zylinder, Ventile, Verschraubungen und Leitungen müssen dicht bleiben, und der Kompressor braucht seinerseits Wartung – Keiser liefert ihn mit Trockner für saubere, trockene Luft, was Kondensat im System vorbeugt. Bei der M-Serie arbeitet der Magnetwiderstand berührungslos und damit verschleißfrei; der selbstspannende Poly-V-Riemenantrieb ist laut Hersteller wartungsarm, bleibt aber ein Verschleißteil. Ehrlich gesagt heißt „wartungsarm“ hier also nicht „wartungsfrei“, sondern: wenige, dafür klar benennbare Punkte – und bei den Kraftgeräten gehört die Druckluftanlage dazu.
Worauf muss ich beim Kauf gebrauchter Keiser-Geräte achten?
Kläre zuerst, ob es Kraft- oder Cardiogeräte sind: Die pneumatischen Kraftgeräte brauchen Druckluft, die M-Serie nicht. Bei Kraftgeräten ist die wichtigste Frage deshalb, ob ein Kompressor dabei ist und ob seine Kapazität reicht – nach Herstellerangaben versorgt der kleine Kompressor (1021/1022) bis zu acht, der große (1030/1031) bis zu 18 Geräte. Ohne Kompressor und Verrohrung ist ein pneumatisches Gerät nicht benutzbar. Dann die Dichtigkeit: Widerstand aufbauen, das Gerät einige Minuten stehen lassen und erneut prüfen; fällt der Druck ab, sind Zylinder, Ventile oder Verschraubungen undicht. Jede Bewegung langsam und schnell durchfahren – Ruckeln oder ungleiche Seiten sprechen gegen das Gerät. Bei der M-Serie den Magnetwiderstand komplett durchschalten, Riemen, Lager und Rundlauf prüfen und die Konsole testen. In beiden Fällen Seriennummern und Wartungsnachweise anfordern.
Welche Voraussetzungen brauche ich am Standort für pneumatische Keiser-Geräte?
Drei Dinge. Einen Kompressor in passender Größe: Keiser nennt den kleinen Kompressor (Modelle 1021 und 1022, rund 36 kg, etwa 39 × 37 × 65 cm) für bis zu acht Geräte und den großen (Modelle 1030 und 1031, rund 93 kg, etwa 71 × 41 × 124 cm) für bis zu 18 Geräte, jeweils mit Trockner. Eine Druckluftleitung von dort zu jedem Gerät, mit Anschlüssen an den Aufstellpositionen – das ist Installationsarbeit und sollte vor dem Kauf geplant sein, weil sie die Aufstellung festlegt. Und einen Platz für den Kompressor, an dem Laufgeräusch und Kondensatablauf nicht stören. Wer nur ein einzelnes Gerät aufstellen will, sollte die Kosten für die kleinste sinnvolle Anlage einkalkulieren – sie fallen unabhängig von der Gerätezahl an. Für die Cardiogeräte der M-Serie gilt das alles nicht, die brauchen nur eine Steckdose.