Rudergerät gebraucht & neu kaufen und verkaufen
Rudern: Der Widerstand regelt sich beim Ziehen selbst
Ein Rudergerät funktioniert anders als die meisten Ausdauergeräte. Auf dem Laufband gibst du eine Geschwindigkeit vor, am Ergometer eine Wattzahl – beim Rudern gibst du gar nichts vor. Du ziehst, und der Widerstand entsteht erst durch den Zug. Bei Luft- und Wassergeräten wächst er dabei überproportional: Wer doppelt so schnell zieht, kämpft gegen deutlich mehr als den doppelten Widerstand. Das Gerät passt sich also von allein an jeden an, der darauf sitzt – vom Reha-Patienten bis zum Ruderer im Leistungstraining.
Daraus folgt der wichtigste Punkt für die Kaufentscheidung: Das Widerstandssystem bestimmt nicht, wie schwer das Training wird. Es bestimmt, wie sich der Zug anfühlt, wie laut das Gerät ist und was daran verschleißt.
Was die Norm über ein Rudergerät sagt
Für stationäre Trainingsgeräte gilt die Normenreihe EN ISO 20957. Teil 1 enthält die allgemeinen Anforderungen und teilt die Geräte in Klassen ein: Klasse H für den Hausgebrauch, Klasse S und I für den gewerblichen Einsatz. Rudergeräte haben mit Teil 7 einen eigenen Abschnitt, zuletzt überarbeitet 2024. Beide Teile gelten zusammen – Teil 7 allein reicht nicht.
Praktisch bedeutet das zweierlei. Erstens: Ein Gerät der Klasse H ist für den Haushalt ausgelegt, nicht für zehn Stunden Betrieb am Tag. Wer ein Studio, eine Praxis oder einen Kursraum ausstattet, sucht nach S oder I. Zweitens: Seit der Fassung von 2021 verlangt Teil 7 ausdrücklich eine Prüfung, wie genau die Leistungsanzeige arbeitet, und prüft die Haltbarkeit des Widerstandssystems gesondert. Wer mit Wattwerten trainiert oder Trainingsdaten dokumentiert, sollte deshalb nach der Klassenangabe fragen, wenn sie nicht im Inserat steht.
Rudergerät oder Rudermaschine? Zwei verschiedene Geräte
Die Begriffe werden ständig verwechselt, und beim Kauf kostet das Zeit. Ein Rudergerät ist ein Ausdauergerät: Der Sitz läuft auf einer Schiene, Beine, Rumpf und Arme arbeiten nacheinander, die Bewegung geht über den ganzen Körper. Eine Rudermaschine ist ein Kraftgerät: Du sitzt fest, ziehst gegen einen Gewichtsblock und trainierst gezielt den oberen Rücken.
Wer Ausdauer trainieren will, sucht hier richtig. Wer eine Zugmaschine für den Rücken sucht, findet sie unter Rudermaschinen bei den Kraftgeräten.
Worauf es am Gerät ankommt
- Schienenlänge. Sie entscheidet, bis zu welcher Körpergröße der Auszug reicht. Große Nutzer stoßen bei kurzen Schienen am Ende an, bevor die Beine gestreckt sind. Hersteller geben dazu eine maximale Körpergröße oder Schrittlänge an – steht sie nicht im Inserat, lohnt die Frage.
- Sitz und Rollen. Der Sitz läuft bei jedem Schlag über die volle Schiene. Rollen und Laufbahn sind deshalb das Teil, das zuerst verschleißt. Ein Sitz, der ruckelt oder seitlich spielt, ist ein klares Zeichen.
- Zugmittel. Eine Kette hält lange, braucht aber Öl und hinterlässt Spuren. Ein Gurt läuft leiser und sauberer, ist dafür ein Verschleißteil mit begrenzter Lebensdauer. Beides ist in Ordnung – man sollte nur wissen, was man vor sich hat.
- Fußplatten und Riemen. Sie müssen sich ohne Werkzeug verstellen lassen und den Fuß sicher halten. In Studios und Praxen wechselt der Nutzer ständig, da zählt jede Sekunde beim Umstellen.
- Konsole. Wichtig sind Schlagfrequenz, Zeit, Distanz und die Zeit auf 500 Meter – das ist die Größe, mit der Ruderer vergleichen. Alles Weitere ist Komfort. Prüfe, ob die Konsole mit Batterien läuft oder einen Netzanschluss braucht.
- Platz. Rudergeräte sind lang. Dazu kommt der Raum hinter dem Gerät, den der Sitz beim Ausfahren braucht. Viele Modelle lassen sich aufrecht stellen oder teilen – das entscheidet darüber, ob das Gerät in einen Raum passt, der auch anders genutzt wird.
- Geräusch. Luftgeräte sind deutlich hörbar. In einer Wohnung, einer Praxis mit Behandlungsräumen nebenan oder einem Kursraum mit Musik ist das ein echtes Kriterium.
Neu oder gebraucht?
Auf fitnessmarkt.de stehen beide Wege offen. Welcher passt, hängt weniger vom Gerät ab als davon, was dir wichtiger ist.
| Neu | Gebraucht | |
|---|---|---|
| Preis | Listenpreis, dafür kalkulierbar | Deutlich darunter, abhängig vom Zustand |
| Gewährleistung | Volle Herstellergarantie | Je nach Verkäufer; beim Händler oft mit Gewährleistung, privat ohne |
| Lieferung und Aufbau | Häufig als Leistung buchbar | Oft Selbstabholung; Transport planen |
| Verfügbarkeit | Lieferzeit möglich | Sofort, aber nur was gerade angeboten wird |
| Gleiche Geräte in Serie | Problemlos | Schwieriger – für Kursräume wichtig |
| Zustand | Bekannt | Muss geprüft werden |
Gebraucht: was du zusätzlich prüfst
Rudergeräte altern berechenbar. Fast alles, was kaputtgeht, lässt sich in zehn Minuten vor Ort erkennen – wenn man weiß, wo man hinschaut.
- Setz dich drauf und rudere. Zwanzig Schläge reichen. Der Sitz muss gleichmäßig laufen, ohne Rucken, ohne Kippeln, ohne Schleifen an einem bestimmten Punkt der Schiene.
- Schiene und Rollen. Rillen oder blanke Stellen in der Laufbahn bedeuten viele Stunden. Rollen mit Spiel sind oft günstig zu ersetzen – frage trotzdem, ob es sie noch gibt.
- Zug und Rücklauf. Der Griff muss gleichmäßig und vollständig zurücklaufen. Bleibt er hängen oder schnäppt zurück, stimmt etwas mit dem Rückholmechanismus nicht.
- Lager des Schwungrads. Nach dem Zug soll das Rad leise auslaufen. Mahlen oder Schleifen deutet auf Lager hin.
- Bei Wassergeräten den Tank. Trübes Wasser heißt, dass die Behandlung versäumt wurde. Ringsum auf Feuchtigkeit und Salzränder achten – eine undichte Dichtung ist der teuerste Schaden an diesen Geräten.
- Konsole. Anschalten, alle Werte durchschalten, auf fehlende Segmente im Display achten. Frage, ob sie die zurückgelegte Gesamtdistanz oder Betriebsstunden anzeigt – das ist die ehrlichste Angabe zum Alter.
- Herkunft. Ein Gerät aus dem Studio hat mehr Stunden als eines aus dem Keller, war dafür aber meist gewartet. Beides ist brauchbar – man sollte nur wissen, welches man kauft.
Rudergeräte verkaufen
Rudergeräte lassen sich gut weiterverkaufen, weil Aufbau und Technik überschaubar sind und Käufer den Zustand selbst einschätzen können. Was ein Inserat schneller macht: Fotos von Schiene, Sitzunterseite und Konsole, eine ehrliche Angabe zu Laufleistung oder Alter, die Modellbezeichnung und der Hinweis, ob das Gerät zerlegt oder aufrecht transportiert werden kann. Bei Wassergeräten gehört dazu, ob der Tank entleert übergeben wird.
Verwandte Kategorien
- Cardiogeräte – die Übersicht über alle Ausdauergeräte
- Skiergometer – ähnliches Prinzip, Zug von oben statt von vorn
- Ergometer – wenn eine geregelte Wattvorgabe gebraucht wird
- Crosstrainer – Ganzkörperbewegung im Stehen
FAQ
Luft, Wasser oder Magnet – welches Widerstandssystem passt zu mir?
Luft und Wasser regeln sich selbst: Der Widerstand steigt, sobald du schneller ziehst, und zwar stärker als dein Tempo. Eine Magnetbremse bleibt dagegen so, wie du sie eingestellt hast. Praktisch entscheidest du vor allem über Geräusch und Wartung. Luftgeräte sind deutlich hörbar und brauchen eine gepflegte Kette, Wassergeräte rauschen leiser, wollen dafür behandeltes Wasser und einen dichten Tank. Magnetgeräte sind die leisesten und am wenigsten wartungsintensiv, fühlen sich aber gleichmäßiger und weniger nach echtem Rudern an. Für Kursräume und Studios sind Luft und Magnet verbreitet, in der Wohnung gibt oft die Lautstärke den Ausschlag.
Was muss die Konsole können, und was ist nur Komfort?
Vier Werte reichen, um jedes Training zu steuern und zu vergleichen: Zeit, Distanz, Schlagfrequenz und die Zeit auf 500 Meter. Die 500-Meter-Zeit ist die Größe, über die sich Ruderer verständigen – sie macht Einheiten auf unterschiedlichen Geräten erst vergleichbar. Alles darüber hinaus, also Programme, App-Anbindung oder Rennen gegen andere, ist Komfort. Bei gebrauchten Geräten lohnt der Hinweis, dass genau dieser Komfortteil zuerst ausfällt: Displays verlieren Segmente, Funkmodule werden nicht mehr unterstützt. Prüfe außerdem, ob die Konsole mit Batterien arbeitet oder ein Netzteil braucht – ein fehlendes Netzteil ist bei älteren Modellen schwer zu ersetzen.
Woran erkenne ich ein Rudergerät, das Studiobetrieb aushält?
Zuerst an der Geräteklasse. Die Normenreihe EN ISO 20957 teilt stationäre Trainingsgeräte in Klassen ein: H steht für den Hausgebrauch, S und I für den gewerblichen Einsatz. Ein Gerät der Klasse H hält zehn Stunden Betrieb am Tag nicht aus, egal wie solide es wirkt. Die Klasse steht zusammen mit dem zulässigen Nutzergewicht auf dem Typenschild.
Danach kommen drei praktische Punkte: Gibt es Ersatzteile für Sitzrollen und Zugmittel, läuft der Sitz über die ganze Schiene gleichmäßig, und lässt sich das Gerät ohne Werkzeug auf wechselnde Nutzer einstellen? Das Letzte wird unterschätzt – in Studio und Praxis wechselt der Nutzer alle paar Minuten.
Was prüfe ich bei einem gebrauchten Rudergerät?
Setz dich drauf und rudere zwanzig Schläge – damit siehst du das meiste. Der Sitz muss gleichmäßig über die ganze Schiene laufen, ohne Rucken, ohne Kippeln und ohne an einer bestimmten Stelle zu schleifen. Danach die Schiene selbst ansehen: Rillen oder blanke Stellen bedeuten viele Betriebsstunden.
Weiter geht es mit dem Zug. Der Griff muss gleichmäßig und vollständig zurücklaufen; bleibt er hängen oder schnäppt er zurück, stimmt etwas mit dem Rückholmechanismus nicht. Nach dem Zug soll das Schwungrad leise auslaufen, Mahlen deutet auf Lager hin. Bei Wassergeräten gehört der Blick in den Tank dazu: trübes Wasser heißt versäumte Pflege, Feuchtigkeit oder Ränder rund um den Tank deuten auf eine undichte Dichtung – der teuerste Schaden an diesen Geräten. Zum Schluss die Konsole durchschalten und fragen, ob sie Gesamtdistanz oder Betriebsstunden anzeigt. Das ist die ehrlichste Angabe zum Alter.
Ist Rudern effektiver als Laufband oder Crosstrainer?
Es gibt keine allgemeingültige Rangfolge. Was ein Gerät an Energie kostet, hängt vor allem davon ab, wie intensiv du darauf arbeitest – nicht davon, welches Gerät es ist. Zwei Unterschiede sind aber real: Beim Rudern arbeiten Beine, Rumpf und Arme nacheinander in einer Bewegung, es sind also mehr Muskelgruppen beteiligt als beim Radfahren oder Gehen. Und es gibt keinen Aufprall, weil die Füße auf dem Gerät bleiben.
Der Haken: Rudern ist technisch anspruchsvoller als Laufen oder Radfahren. Wer in falscher Reihenfolge zieht, belastet vor allem den unteren Rücken und ermüdet schnell, ohne viel zu trainieren. Eine kurze Einweisung bringt hier mehr als jedes Ausstattungsmerkmal.


